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150 Jahre BSG 1862 OB 1862 - 2012 Styrumer Verein ist so alt wie unsere Stadt

Seit jetzt 150 Jahren hat die Gemeinde Oberhausen nunmehr das Stadtrecht inne, und eben solang besteht die Bürger-Schützen-Gesellschaft von 1862. Von Anbeginn an miteinander verwoben sind die Geschichte der Stadt und des traditionsreichen Vereins der seit nunmehr 46 Jahren In Styrum zuhause ist, kaum voneinander zu trennen. Ein Blick zurück:

Als sich im Jahre 1862 der Bürgermeister Schwartz um die Organisation der Gemeinde Oberhausen bemühte hatte er dabei nicht nur Freunde. Die Inte- ressen der unterschiedlichen Ortschaften waren zerstritten, der Verkehr lief alles andere als reibungslos. In dieser Zeit schlossen sich einige dem Neuen aufgeschlossene Bürger zur "Gesellschaft Gemütlichkeit" zusammen, die es   sich zum Ziel setzte. den zerfahrenen politischen Zustand In eine größere           Gemeinschaft zu überführen.
Nach kurzer Zeit bereits benannte man sich um in Bürger-Schützen-Gesell-schaft 1862 Oberhausen, das gemeinschaftliche Streben jedoch blieb be- stehen. Daneben wurde großen Wert auf den Sportlichen Aspekt des Schießens gelegt, weshalb von Anfang an die Scheibe als Ziel gewählt wurde. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftreten auf der Wiese des Liricher Ökonomen Johann Uhlenbruck zählte die noch junge Gesellschaft bereits an die 300 Mitglieder.


In ihren Anfängen blieben die Schützen auf dem Uhlenbruckschen Grundstück und damit in Lirich zuhause. Diese Unterkunft genügte den Ansprüchen jedoch schon bald nicht mehr. Der Verein griff daher zu, als er vom Besitzer des Ritter- gutes Oberhausen, dem Grafen Westerholt, im Jahre 1884 das Angebot unter-breitet bekam, ein Grundstück Namens 'Hasenkolk' zu pachten. Der Abschluss des Vertrages und die Folgen lenkten im großen Maße die öffentliche Aufmerk-samkeit auf den Verein. Das gemietete Grundstück war nämlich nichts anderes als ein Stück des heutigen Kaisergartens, damals im Volksmund auch Schützen- park genannt. Die Feierlichkeiten aus Anlass des 25jährigen Bestehens des Vereins gerieten dort zu einem rauschenden Fest mit lebhafter Beteiligung der Bürgerschaft.

Eines Tages legte Graf Westerholt der Bürger-Schützen-Cesellschaft nahe, den "Hasenkolk" zu kaufen. Die Schützen zeigten sich zwar interessiert, doch es fehlte das nötige Geld. Nach einigen Überlegungen machte man daher die Bürgermeisterei Oberhausen auf das Angebot aufmerksam. Schließlich kam im Jahre 1898 ein Vertrag zustande, in dem die Schützen gegen Zahlung von        2 500 Mark auf ihr Pachtrecht verzichteten. Dem standen laut Protokoll rund   12 000 Mark gegenüber, die der Verein im Laufe der zurückliegenden dreizehn Jahre In Schießstände, Wege und ähnliches investiert hatte.

Diese Einrichtungen mussten die Sport-Schützen gänzlich vor dem ersten Welt- krieg aufgeben. Infolge der Verlegung der Emscher sank der Grundwasser-spiegel, der große Teich des Kaisergartens versiegte, und von den Alteinge- sessenen wurde verlangt, ihre Anlagen, neben dem ausgetrockneten Emscher- bett zu räumen. 1911 ordneten die Behörden die polizeiliche Schließung des alten Schießstandes an - kurz vor dem 50jahrigen Vereins-jubiläum, das dann behelfsweise auf einer Anlage an der Mühlheimer Straße (Koch´scher Schieß-stand) gefeiert wurde. Gemeinsam mit allen anderen damaligen Oberhausener Schützenvereinen drängte die BSG dennoch darauf, einen Ausweichplatz für die Errichtung eines neuen Schießstandes im südlichen Teil des Kaisergartens frei- zugeben. 1914 gab die Stadt diesem drängen nach und errichtete ihrerseits selbst eine Schießanlage, die von der Schützengesellschaft und einigen mit- haftenden Vereinen gepachtet wurde.

Gleichsam wurde in diesem Jahr mit Ausbruch des ersten Weltkrieges die Blüte- zeit des Vereins abgeschlossen. Es kamen Jahre, In denen auch die regel- mäßigen Feste häufig in kleinerem Rahmen abgehalten wurden.

Auf den 2. Weltkrieg folgte schließlich zunächst auch der Zusammenbruch im Vereinsleben der Bürger-Schützen. Erst im Mai 1951 tat sich ein interessierter Kreis zusammen, der verkündete, Oberhausens ältestem Schützenverein neues Leben einhauchen zu wollen - mit Erfolg.

Mit vielen Vorankündigungen in der Presse näherte sich die BSG mittlerweile ihrem 100 jährigen Vereinsjubiläum, für das man an die Wurzeln der eigenen Geschichte zurückkehren wollte. Wie im ersten Jahr des Bestehens fand das Königsschießen am 26. August 1962 wieder in Lirich statt - als Gäste der        St. Sebastianus-Schützen.

Der Jubiläums-Umzug in jenem Jahr bot den Oberhausenern ein imposantes Bild: Rund 2000 Schützen aus dem gesamten Stadtgebiet beteiligten sich und zogen bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt - zum ersten Mal erreichte die BSG damit jene Einheit  die sie sich ein Jahrhundert zuvor auf die Fahne geschrieben hatte. Den Festakt feierte man anschließend mit viel       Prominenz in der damals gerade fertiggestellten Stadthalle.

Seit 1965 ist die Schützen-Gesellschaft nunmehr in Styrum zuhause. Der 'Sauer-länder Hof' stellte seine Räume für den Einbau einer Luftdruck-Schießsportan- lage zur Verfügung. Hier erlebte der Verein seine sportliche und gesellschaft- liche beste Zeit seit der Wiedergründung.

Nach der Schließung der Gaststätte an der Lothringer Straße zog es die Schützen 1988 ins "Haus Klapdor". Das traditionelle Königsschießen ( bis 2008 Styrumer Schule) wird seit 2009 ebenfalls im Haus Klapdor ausgetragen.

Im April des Jahres 2011 schloss das Vereinslokal "Haus Klapdor" - zunächst nur vorrübergehend - seine Pforten. Nach 23 Jahren musste man sich nun wieder nach anderen Möglichkeiten umgesehen werden. Ein zweiter Trainings- tag wurde in der Willi Jürrissen Halle angemietet. Zum Vereinsabend trifft man sich nun in der "Bauernstube". Somit bleibt der Verein weiter in Styrum zu- hause.